Artist statement



Der bewohnte Raum und seine etablierten Strukturen interessieren mich. Dieser Raum, der uns architektonisch, sozial und psychologisch schützt - ein sicherer Ort, an dem wir sein können, wie wir sind. Jedoch hat er im Zusammenhang mit dem Grundriss, Rollen, Identität, Erwartungen und der Vermischung von Öffentlichem und Privatem auch etwas Einengendes und Gewaltvolles.

Ich möchte die Ambivalenz dieses Konstrukts sichtbar machen und setze mich dafür mit vorhandenen Strukturen und Methoden aus der Populärkultur auseinander, verarbeite Materialien und Objekte aus dem häuslichen Bereich sowie der Heimwerker-Kultur und bediene mich ihres Vokabulars von Formen und Konzepten.

Dabei zeigt sich meine besondere Affinität zu Bettwäsche, Wohndekor sowie Gebrauchsgegenständen: Zusätzlich zu ihrem eigentlichen Nutzen, nämlich uns den Alltag zu erleichtern, scheinen sie auch dafür gemacht zu sein die Illusion von Perfektion zu geben, sowie den Ausbruch in Fantasiewelten zu ermöglichen. Sie sind aufgeladen mit Erinnerungen, sie geben uns ein gutes Gefühl, und ihr affektiver Wert übersteigt oft den materiellen und ästhetischen Wert. Beim genaueren Betrachten eröffnen sich komplexe und vielschichtige Konstrukte, die Gemütszustände, Machtstrukturen und Gefühle der Sehnsucht manifestieren.

Durch Subversion, Transformation oder Assemblage werden meine Arbeiten zu sonderbaren Gestalten, absurden Objekten oder traumhaften Landschaften und eröffnen einen neuen Raum von Möglichkeiten.

Andrea Cindy Raemy, 2021